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Pilotveranstaltung des DIV am 16.04.2011 auf dem Wiesenhof

Blesi Apeldoorn

Wie bereits mehrfach angekündigt hat der Deutsche Islandpferdezuchtverband (DIV) neue Veranlagungstests erarbeitet. Im Rahmen einer Pilotveranstaltung am 16.04.2011 werden die neuen Prüfungen auf dem Islandpferdegestüt Wiesenhof präsentiert. Zu dieser Veranstaltung lädt der DIV herzlich ein. Der DIV Veranlagungstest für Freizeitpferde und Tölter ist eine sinnvolle Ergänzung des Prüfungsangebots für Zuchtpferde. Näheres zu den Prüfungen sowie Zeitabläufe können auf der Internetseite des Wiesenhofs unter www.der-wiesenhof.de/homedeut/zuechter.html nachlesen.

 

Der DIV

Der Deutsche Islandpferde Zuchtverband, kurz DIV, entstand bereits vor 14 Jahren aus dem IPZV heraus. Das lag zum einen Sagadaran, dass der IPZV selbst kein Zuchtverband ist, sich zum anderen die Zusammenarbeit der Züchter mit den staatlichen Zuchtverbänden oft etwas mühsam gestaltete und außerdem alle anderen FEIF-Länder ebenfalls eigene Zuchtverbände hatten und haben.

2010 wurde der DIV nun wiederbelebt. Die Zusammenarbeit der Züchter mit den Zuchtverbänden ist heute natürlich sehr viel besser, für das Islandpferd und seine Züchter kann der DIV trotzdem einiges tun.

Ein Beispiel ist die Entwicklung neuer Prüfungen, die sich nah am Verwendungszweck unserer Pferde orientieren. Da sich das Islandpferd zu sehr in eine Richtung spezialisiert und die Gefahr besteht, dass es seine Bandbreite verliert, ist das eine durchaus sinnvolle Idee.

 

Warum neue Tests?

Schätzungen zufolge werden 80 % der Islandpferde in Deutschland als Freizeitpferde für die ganze Familie eingesetzt. Auf züchterischer Seite gibt es aber derzeit keine Möglichkeit, Freizeitpferde entsprechend ihres Verwendungszweckes zu prüfen und damit eine Selektionsgrundlage für die Zucht des Freizeitpferdes zu schaffen. Die Annahme, Freizeitpferde entstünden als Abfallprodukt der Sportpferdezucht, erweist sich immer wieder als Trugschluss. Mit seinem Veranlagungstest für Freizeitpferde will der DIV e.V. dieser Tatsache Rechnung tragen.

SmokyDie zweite Prüfung wurde für die Gruppe der Tölter erdacht. Auch für diese Pferde gibt es derzeit außer hochklassigen Sportprüfungen (T1 und T2) keine Prüfungsmöglichkeit, bei der mehr die Veranlagung und weniger die Ausbildung des Pferdes festgestellt wird. Im DIV Veranlagungstest für Tölter soll bereits das junge, noch nicht lange ausgebildete Pferd auf seine Tölterqualitäten geprüft werden.

Beide Prüfungen verstehen sich als Ergänzung zu den bestehenden FIZO-Prüfungen, indem sie einen Bereich abdecken, der durch diese nicht geprüft wird. Sie bieten eine sehr gute Möglichkeit, Islandpferde nahe an ihrem Verwendungszweck zu beurteilen. Die Ergebnisse werden viel über den Wert des Pferdes verraten und weniger stark durch reiterliches Können beeinflusst sein. Neben der Bedeutung, Zuchtpferde auf ihre Veranlagung hin zu prüfen, bieten die Prüfungen auch eine sehr gute Möglichkeit den Wert eines Pferdes zu beurteilen. Geprüfte Pferde erhalten eine Urkunde, außerdem werden die Ergebnisse auf der DIV-Seite im Internet veröffentlicht.

Die Vorteile dieser Veranlagunstests liegen auf der Hand: Auch Freizeitreiter bekommen eine Möglichkeit, für sie relevante Noten zu vergleichen. Den Züchtern werden Selektionskriterien an die Hand geben, die es möglich machen, Pferde nach Verwendungszweck zu prüfen und in Folge für diesen Zweck zu züchten.

 

Wie sehen diese Veranlagungstests aus?

In beiden Prüfungen soll es möglich sein, Pferde bereits nach einer kurzer Trainingszeit (ca. ab 4 bis 6 Monate Anreitphase) zu zeigen. Der Züchter soll die Pferde entweder selbst vorstellen können oder einen Reiter, der ordentlich reitet, damit beauftragen können. Ein umfangreicher Profiberitt ist nicht erforderlich und die Prüfungsgebühren halten sich im Rahmen. Zugelassen sind Islandpferde ab 5 Jahren.

Blesi AegidienbergDie Pferde werden jeweils zu dritt vorgestellt. In einer Gebäudebeurteilung wird zunächst das Exterieur mit Schwerpunkt auf Funktionalität als Reitpferd beurteilt. In einer Art Ausdauertölt wird die Töltqualität im Sinne von Takt und Leichtigkeit überprüft. Ein Fremdreiter wird die Pferde danach kurz ausprobieren und insbesondere auf ihre Interieurqualitäten testen. Eine Art Gelassenheitsprüfung unter dem eigenen Reiter, bei der die Reaktionen, der Mut und – neudeutsch – die Coolness des Pferdes geprüft werden, rundet die Prüfungen ab. Im DIV-Veranlagungstest für Freizeitpferde werden darüber hinaus die Grundgangarten abgefragt, wobei der Takt im Tölt die höchste Gewichtung hat.

Bewertet werden die Pferde in einem Punktesystem. Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 100 Punkten oder anders ausgedrückt bei 100 %. Ein überdurchschnittliches Ergebnis wird ab 51 % erreicht. Alle einzelnen Merkmale werden mit Punkten zwischen 0 (nicht gezeigt) und 5 (maximale Punktzahl) bewertet. Einzelne wichtige Merkmale werden über Verdopplung entsprechend höher gewichtet.

Reiter, die Pferde in diesen Prüfungen vorstellen, müssen ihr 14. Lebensjahr vollendet haben, Reiter, die Hengste vorstellen, ihr 16. Lebensjahr. Die Freizeitpferde werden entsprechend ihres Verwendungszweckes ohne Glocken mit 10-er und 8-er Eisen vorgestellt. Bei der Tölterprüfung ist Turnierbeschlag und Turnierzäumung erlaubt.


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